Als ich mit Tantra begonnen habe, hatte ich schon zahlreiche Seminare zum Thema Persönlichkeitsbildung besucht, mich mit Spiritualität, Religionen, der Kraft der Manifestation beschäftigt. Doch eines hat mir bei allem immer gefehlt: der Bezug auf das Körperliche. Ja, es hat gutgetan, Meditation zu lernen, mich mit verschiedenen Lebensphilosophien zu beschäftigen, meine wahren Werte zu definieren und meinen Weg zu finden. Doch all das passierte auf der kognitiven Ebene oder mental.
Als dann beim Tantra der körperliche Aspekt hinzukam, hat sich für mich eine neue Welt aufgetan. Achtsame Berührung von Menschen zu erleben, die ich kaum kannte, war sensationell. Als ich bei meinem ersten Massage-Seminar das hergerichtete Lager sah, mit Rosenblättern geschmückt, von Kerzen eingerahmt, war ich fassungslos
Bei all meinen Tantra-Seminaren habe ich aber auch Tränen vergossen: Tränen der Trauer über alte Verletzungen, der Angst, der Berührtheit, der Heilung. Ich habe angefangen, meinen Körper zu lieben und auf meinen Körper zu lauschen. Ich habe erkannt, dass ich die Zeichen meines Körpers viel zu oft missachtet habe, aus Hunger nach Liebe und Anerkennung, aber auch aus Stress und Unachtsamkeit heraus. Jedes einzelne Tantra-Seminar hat mich in die Heilung geführt.
Wir können den Körper nicht ignorieren. Genauso wenig wie die Sehnsucht nach Sinnlichkeit, nach Berührung, Achtsamkeit, Aufmerksamkeit, Erotik und wilder Ekstase.
Egal wie der Körper aussieht, egal, wie alt wir sind. Sicherlich gibt es viele Dinge, die uns im Leben erfüllen. Doch das ist es, was uns wirklich lebendig hält.
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